Grußworte

Michael Groschek

ehem. Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen
Schirmherr der Tagung

Ein Ziel der nordrhein-westfälischen Landesregierung ist es, gute Voraussetzungen für eine hohe Lebensqualität auch im Alter zu schaffen und aktives Altern möglich zu machen. Nur wer mobil ist, kann ein selbständiges Leben führen, sich selbst versorgen und am aktiven gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Mobilität ist Lebensqualität!

Eine älter werdende Gesellschaft benötigt eine sichere Verkehrsinfrastruktur und attraktive, barrierefreie Mobilitätsangebote. Dazu gehören sichere, in der Dunkelheit beleuchtete und belebte Straßen, Wege und Plätze, die ein Gefühl von sozialer Sicherheit vermitteln oder Radwege, die das sichere Radfahren ermöglichen, genauso wie ein barrierefreier öffentlicher Nahverkehr, der es den Menschen erlaubt, sich auch in einem großen Aktionsradius mobil zu bewegen. Unnötige Treppen oder zu kurze Ampelschaltungen sind weitere Beispiele für bisher unzureichende Rücksichtnahme auf Betroffene. Menschen möchten häufig auch im Alter nicht auf ihr Auto verzichten. Dies erfordert, dass genügend seniorenorientierte Angebote wie "Auffrischungstrainings" für Kraftfahrer/innen geschaffen werden, die dabei unterstützen können, die vorhandene Fahrtauglichkeit zu verbessern. Auch sind Stadt- und Verkehrsplaner in besonderer Weise gefordert, die Bedürfnisse älterer Verkehrsteilnehmer in ihren Planungen mit zu berücksichtigen.

Unabhängig vom genutzten Verkehrsmittel, muss eine sichere Verkehrsteilnahme für ältere Menschen gewährleistet sein. Ich wünsche mir im Straßenverkehr – unabhängig vom Alter – ein rücksichtsvolles Miteinander aller Verkehrsteilnehmer.

Dr. Andreas Scheuer

ehem. Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Bild: Bundesregierung / Steffen Kugler

Mobilität und Lebensqualität sind in unserer Gesellschaft eng miteinander verbunden. Die Teilnahme am sozialen Leben und die Wahrung der Eigenständigkeit setzt Bewegung voraus. In den Städten und in ganz besonderer Weise in den ländlichen Gebieten.

Wir sind in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten den Weg einer erfolgreichen Verkehrssicherheitspolitik gegangen und konnten seit den 70er Jahren die Anzahl der im Straßenverkehr getöteten Personen – damals weit mehr als 20.000 pro Jahr – um mehr als 80 Prozent reduzieren.

Die Herausforderungen vor denen wir heute stehen, sind zum einen Veränderungen durch technischen Fortschritt und zum anderen der demografische Wandel. Dabei gilt es unter anderem auch den Senioren als der am stärksten wachsenden Bevölkerungsgruppe eine sichere Mobilität zu ermöglichen. Sei es als Fußgänger, Radfahrer oder als Nutzer eines Kraftfahrzeugs und dies sowohl in Städten wie auch in den ländlichen Gebieten.

Bei einer pragmatischen Verkehrssicherheitspolitik darf es dabei nicht um Fehlerzuweisungen gehen, sondern es gilt, auf wissenschaftlicher Basis Ursachen für Verkehrsunfälle zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln.

Auch wenn technische Hilfen und Assistenten für Kraftfahrzeuge und die Weiterentwicklung einer sicheren Infrastruktur wichtige Faktoren sind, so steht doch der Verkehrsteilnehmer selbst im Mittelpunkt unserer Bestrebungen, die Verkehrssicherheit weiter zu verbessern. Das Verkehrssicherheitsprogramm 2011 als Leitlinie für die Verkehrssicherheitsarbeit unseres Hauses bezieht dabei eindeutig Stellung.

Rücksichtnahme gegenüber den jeweils schwächeren Verkehrsteilnehmern ist einer der maßgeblichen Inhalte unserer Verkehrssicherheitskommunikation. Mobilität für einzelne Gruppen zu beschränken liegt uns fern. Ganz konkret setzen wir uns für die Erweiterung der Angebote zur verkehrsmedizinischen Beratung älterer Verkehrsteilnehmer ein. Auch freiwillige Gesundheitschecks sind eine sinnvolle präventive Maßnahme, um sich über die eigene Fahrkompetenz und die Bedeutung krankheitsbedingter Leistungseinbußen für die eigene Mobilität zu informieren.

Verkehrssicherheit lässt sich jedoch nicht allein "von oben" verordnen. Die Politik ist bei dieser Aufgabe auch auf das Engagement von Verbänden, Initiativen, ja aller Beteiligten bis hin zu jedem einzelnen Verkehrsteilnehmer angewiesen, um den Straßenverkehr möglichst sicher für alle zu machen.